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Alles neu

Ich lebe nun seit fast zwei Monaten in La Paz und es ist so ziemlich alles neu für mich. Ich muss mich erst mal an das alles hier gewöhnen - neues Land, neue Stadt, neue Leute, neue Familie, neue Sprache...

 

Es dauert, aber langsam gewöhne ich mich ein. Und was gestern noch komisch war, ist heute Alltag.

 

Bevor ich Euch davon das ein oder andere erzähle, will ich aber erst mal kurz auf die ersten beiden Monate zurückschauen:

 

Nach dem langen Flug über Frankfurt, Madrid und Santa Cruz nach La Paz musste ich mich erst mal an das Leben in der Höhe von fast 4.000 Metern gewöhnen. Da wird die Luft schon mal dünn...

 

Die ersten drei Wochen haben wir alle zusammen - wir sind zehn Freiwillige - in einem Haus gelebt. Das war eine Super-Zeit und zum Eingewöhnen in einer Großstadt erstmal sehr hilfreich. Wer mich kennt, weiß zum Beispiel, dass mein Orientierungssinn eher zu wünschen übrig lässt.

 

Neben dem Eingewöhnen waren die ersten drei Wochen gefüllt mit viel organisatorischem Kram - gegen Visum beantragen zum Beispiel ist eine Facharbeit in der Schule fast schon ein Klacks. Auch ein paar erste Erkundungstouren durch La Paz - mit einem Führer oder auf eigene Faust - standen auf dem Programm.

 

Und dann das wichtigste: Bald hatten wir auch schon den ersten Tag in unserem Projekt. Ich arbeite im Projekt "Betania". Dazu gehören ein Kindergarten und eine Hausaufgabenhilfe in einem Stadtteil von La Paz: Alto Obrajes. Die erste Zeit im Projekt brachte natürlich einige Hürden mit sich: angefangen damit, dass ich natürlich einen Acht-Stunden-Arbeitstag nicht gewohnt bin. Und dann die Sache mit der Sprache....

 

Aber zum Glück habe ich eine super liebe "Cordi" (Koordinatorin, die das gesamte Projekt organisiert) und auch tolle Kolleginnen und Kollegen, die mich sehr unterstützen. Außerdem macht mir die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß. Sie ist sehr vielfältig, da ich mit sehr unterschiedlichen Altersklassen zusammenarbeite. Da sind vormittags die ein- bis zweijährigen Kinder, mit denen ich spielen, arbeiten, Hände waschen und die ich beim Essen unterstützen darf. Nachmittags nach dem Essen gehe ich hoch in die Hausaufgabenhilfe für die unterschiedlichsten Altersgruppen von vier bis 16. Dort werden Hausaufgaben gemacht, gebastelt, gemalt, gespielt und noch vieles mehr. Die meisten Kinder haben mich mit offenen Armen empfangen und lassen sich gerne von mir helfen oder lassen mich bei Spielen mitspielen.

 Mit den Projekten haben wir auch schon einen schönen Ausflug nach Copacabana an den Titicacasee gemacht.

 

Bald darauf haben wir dann auch schon unsere Gastfamilien kennengelernt, in die wir dann Anfang September umgezogen sind. Ich lebe nun in Mallasilla, etwas außerhalb, bei einem jungen Paar und ihrer sechsjährigen Tochter mit einem Hund. Die Tochter geht hier in der Nähe auf eine englische Schule und da die Eltern, so wie viele hier, nur wenig Englisch sprechen, habe ich direkt eine Abmachung mit meinen Gasteltern getroffen. Im Gegenzug dafür, dass sie mich so gut wie möglich beim Spanischlernen unterstützen, soll ich der Tochter in Englisch helfen. Das funktioniert sogar ganz gut und die Tochter spricht für ihre sechs Jahre schon ein super gutes Englisch. Bisher fühle ich mich jedenfalls sehr wohl in meiner Gastfamilie und hoffe, dass das auch so bleibt.

 

Soviel fürs Erste.

Bis bald